Depression

Depression

Was ist eine Depression?

    Jeder Mensch kennt Phasen im Leben, in denen man sich mal weniger auf Dinge freut, die Stimmung schlecht ist und man einfach auf nichts Lust hat. Das gehört zum Leben dazu und wechselt sich im Normalfall mit Phasen ab in denen genau das Gegenteil der Fall ist, dass man sich viel freuen kann, man gute Stimmung hat und man Lust hat viel zu unternehmen.

    Eine Depression zeichnet sich im Vergleich zur oben beschriebenen negativen Phase vor allem durch eine niedergeschlagene Stimmung, Antriebslosigkeit, negative Gedanken und Hoffnungslosigkeit aus, die das Denken, Fühlen und Handeln der betroffen Person schwer beeinflussen. Deshalb fällt es den Personen auch so schwer alleine aus dieser Situation herauszukommen. 

    Um eine klare Trennung zwischen einer negativen Lebensphase und einer Depression zu bewerkstelligen, wird in Deutschland eine Diagnose nach dem ICD-10 gestellt. 

    Diagnose

    Über mehr als 2 Wochen

    mindestens 2 Hauptsymptome

    mindestens 2 Nebensymptome

    Hauptsymptome: 

    • Gedrückte Stimmung
    • Interessen- oder Freudlosigkeit
    • Antriebsmangel bzw. erhöhte Ermüdbarkeit

    Zusatzsymptome:

    • Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
    • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
    • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
    • Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
    • Suizidgedanken/-handlungen
    • Schlafstörungen
    • Verminderter Appetit

    Leichte depressive Episode: Gewöhnlich sind mindestens zwei oder drei der oben angegebenen Symptome vorhanden. Der betroffene Patient ist im Allgemeinen davon beeinträchtigt, aber oft in der Lage, die meisten Aktivitäten fortzusetzen.

    Mittelgradige depressive Episode: Gewöhnlich sind vier oder mehr der oben angegebenen Symptome vorhanden, und der betroffene Patient hat meist große Schwierigkeiten, alltägliche Aktivitäten fortzusetzen.

    Schwere depressive Episode: Eine depressive Episode mit mehreren oben angegebenen, quälenden Symptomen. Typischerweise bestehen ein Verlust des Selbstwertgefühls und Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld. Suizidgedanken und -handlungen sind häufig, und meist liegen einige somatische Symptome vor.

    Häufigkeit

    Im Laufe eines Jahres:  8,2 % bzw. 5,3 Mio. der erwachsenen Deutschen (Jacobi et al., 2016*).

    Im Laufe des Lebens: 17,1 % der erwachsenen Deutschen mindestens einmal an einer  depressiven Störung erkrankt, das ist ca. jeder fünfte Bürger. (Jacobi et al., 2004*) 

    Ursachen und Auslöser

    Psychische Störungen entwickeln sich oftmals aus der Wechselwirkung zwischen psychosozialen und neurobiologischen Aspekten: 

    Psychosozial:

    • Erhöhte Anfälligkeit: frühe traumatische Erlebnisse
    • Auslöser: chronische Überlastung, Verlusterlebnisse
    • Depressiver Zustand: Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit
    • Therapie: Psychotherapie

    Neurobiologisch:

    • Erhöhte Anfälligkeit: genetische Veranlagung
    • Auslöser: Veränderungen auf der Stresshormonachse
    • Depressiver Zustand: Ungleichgewicht der Botenstoffe in bestimmten Hirnregionen
    • Therapie: medikamentöse Therapie

    Behandlung

    Medikamente

    Eine Depression kann medikamentös mit Antidepressiva behandelt werden. Es ist hierbei wichtig zu verstehen, dass Antidepressiva eine Depression nicht heilen. Durch die Medikation kommt es zum Abklingen der Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Freudlosigkeit und die bestehenden Probleme erscheinen weniger groß und wieder bewältigbar. In diesem Zustand haben die betroffenen oftmals eine deutlich bessere Voraussetzung, um erfolgreich an einer Psychotherapie teilzunehmen.  

    Psychotherapie

    Neben der medikamentösen Behandlung bildet die Psychotherapie die zweite Grundsäule bei der Behandlung von psychischen Störungen. Je nach Auslöser, Ursache und aktuellem Schweregrad der Depression, bietet sich eine der drei Psychotherapieformen kognitive Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Psychotherapie und die systemische Therapie an. Insgesamt hat bei einer Depression die kognitive Verhaltenstherapie mit Abstand die besten Wirksamkeitsnachweise.

    Wo finde ich Hilfe?

    Sowohl die Medikamente, als auch die Psychotherapie sind Behandlungsverfahren, die im Normalfall von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung abgedeckt werden.

    Der erste Ansprechpartner kann der Hausarzt sein. Dieser kann ggf. auch eine Differenzierung vornehmen zwischen körperlichem und psychischem Leiden. 

    Falls Sie nicht zu Ihrem Hausarzt gehen möchten oder dieser, Ihrer Meinung nach, das Problem nicht richtig verstanden hat, können Sie sich auch noch an andere Stellen wenden: 

    Für einen detaillierte Beschreibung vom Verdacht einer Psychischen Störung bis zum Ende der Behandlung hat die Bundespsychotherapeutenkammer einen Ratgeber erstellt den Sie HIER erhalten.